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Martin Schmitt

Martin Schmitt wird 1968 in München geboren und entschließt sich im Alter von zwölf Jahren, von der Plattensammlung seines Vaters Besitz zu ergreifen. Den Abnutzungserscheinungen zufolge gibt die Scheibe "The Boogie Woogie Boys" außer Rauschen bald nichts mehr von sich. Mit seines Großvaters Hilfe, der ihm als Musiklehrer die Grundlagen in Rhythmik und Harmonik vermittelt, wird Martin mit 16 Jahren selbst zum Boogie Woogie Boy, der sich vornimmt, sämtliche Klaviere der Münchner Szene zu betasten.

Dies gelingt ihm mit einem Erfolg, der seinesgleichen sucht - sieben Jahre später wird der Entschluss zum professionellen Musiker unabwendbar und sein ungebrochener Wille seine Musik in konzertantem Rahmen zu spielen führt bereits 1991 zu zwei Auftritten in der Münchner Philharmonie, in der er seit 1997 jährlich auftritt. Wie kaum ein anderer erkennt er die unbedingte Notwendigkeit des persönlichen Stils, nachdem er sich nicht nur mit klassischem Blues und Boogie Woogie, sondern auch mit Harlem Stride Piano, Chicago- und New Orleans Style eingehend beschäftigt. Diese Vielseitigkeit, verbunden mit seiner eigenen Note, wird vom Publikum und den Medien begeistert aufgenommen. 1993 bereits ist er längst über die Rolle eines Lokalmatadors hinausgewachsen und macht eine Deutschlandtournee mit 45 Konzerten, bei der auch die Aufnahmen zu seinem Debut-Album "Handful Of Blues" mit sechs Eigenkompositionen entstehen.

1994 geht er zusammen mit Vince Weber, Louisiana Red, Pete York und der Al Jones Blues Band auf Tournee und wird von dem Berliner Blackbird-Label unter Vertrag genommen. Es folgen zahlreiche Radio- und TV Auftritte.

1995 erscheint seine zweite CD "Five Feet & The Blues" und ca. 120 Konzerte stehen auf dem Plan. Im selben Jahr tritt er mit der europäischen Elite auf dem 8. Int. Boogie Festival in München auf: Axel Zwingenberger, Vince Weber, Martin Pyrker und Jean-Pierre Bertrand. Er wird engagiert als Support-Act für Joe Cocker, Marla Glen und Dr. John.

Im April 1996 nimmt er in seinem Heimatort Gräfelfing, in dem er seit Jahren im brechend vollen Bürgerhaus spielt, seine dritte CD "Triology" auf. Noch im selben Jahr folgt die vierte CD-Produktion "At Lloyds" im Duo mit seinem kongenialen Freund und Pianisten Joja Wendt aus Hamburg. 1997 und 1998 tourt er mit Ray Bryant, Ralph Sutton, der NDR Big Band, Bucky Pizarelli, Chris Barber, Dick Hyman, Tom McDermott, Wolfgang Dauner, Sigi Schwab und Jule Neigel. 1998 spielt Schmitt auf dem 32. Montreux Jazz Festival und dem Hot Jazz Meeting in mehreren deutschen Städten. Im Herbst des gleichen Jahres erscheint seine fünfte CD "Sunrise Joys" mit Hommagen an Ray Charles und Teddy Wilson.

Auch in den Folgejahren ist er ein stets gern gesehener Künstler sowohl im Fernsehen als auch auf Festivals und bei stets gut besuchten Konzerten. 1999 tourt der Bayer durch Bulgarien, 2001 rund um den Bodensee und 2002 steht der erste Auftritt in der Türkei auf dem Programm. Im Jahr 2000 nimmt er die CD "Capricorn" in München auf. Im Jahr 2001 folgt die Live-Aufnahme "Look Ahead" und 2003 ehrt er den großen Ray Charles mit "We´re gonna make it - A Tribute to Ray Charles".

Ab 2002 organisiert Schmitt das Piano-Blues und Boogie Meeting in München mit 10 int. Pianisten. Die Süddeutsche Zeitung verleiht ihm in jenem Jahr den Tassilo Preis. Im Jahr 2004 erfolgt die Veröffentlichung des "Martin Schmitt Songbooks" mit 10 transkribierten Eigenkompositionen. Und 2005 ist er nicht nur Mitwirkender sondern auch musikalischer Leiter der Baden Baden Boogie Nights. Chuck Berry greift bei seinem Konzert in der Münchener Philharmonie auf den versierten Pianisten als Support-Act zurück.

Mit Sicherheit kann man behaupten, dass eingetroffen ist, was Hans-Jürgen Schaal im Juli 1994 im Jazz-Podium schreibt: " ...zeigt der junge Martin Schmitt noch wirkliche Perspektiven des Boogie-Pianos auf und konnte auch als überraschend sonorer Sänger überzeugen. Im Interesse aller Boogie Freunde ist ihm eine erfolgreiche Karriere und die Einlösung dessen zu wünschen, was sein Spiel heute schon verspricht."

In den letzten Jahren entwickelt sich Martin Schmitt vom reinen Pianisten und Sänger immer mehr auch zum Entertainer, wovon seine jüngsten Programme und CDs Zeugnis ablegen. 2015 erscheint ein gleichnamiges Buch mit den Texten zu seiner CD "Aufbassn!" und weiteren unveröffentlichten Texten.

Hinweis: Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Konzerte in der Vergangenheit

Hinweis: Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!