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Philippe LeJeune

Philippe LeJeune ist einer der wenigen europäischen Pianisten, der in einer erfolgreichen Vermischung von Swing mit Blues und in einem brillanten Stil, der sowohl nüchtern als auch ausdrucksvoll ist, an die große Tradition des amerkanischen Jazz anknüpft.

Nach einer klassischen Klavierausbildung brachte sich der damals junge Pianist den Blues autodidaktisch bei. 1968 hatte er ein Konzert des legendären
Pianisten Memphis Slim miterlebt, der ihm 1980 vorschlug, das Album mit dem Titel “Dialog In Boogie” unter dem Hamburger Label “Happy Bird” 90120 im Duo aufzunehmen. Sein Wunsch nach kulturellem Austausch führten ihn dazu, andere namenhafte Pianisten wie Sammy Price, Roosevelt Sykes, Sunnyland Slim, Ray Bryant oder Junior Mance zu treffen. LeJeunes persönlicher Stil ist eine harmonische Synthese aus Blues und Jazz. Es gelingt ihm, sein Repertoire immer wieder zu erneuern, ohne den eigentlichen Sinn zu verändern. Seine sowohl kraftvolle als auch spielerisch tänzelnde linke Hand bietet die ideale Voraussetzung für den Boogie Woogie, ein Genre, in dem er glänzt, ohne sich allerdings darauf zu beschränken: die ganze Bandbreite seines Repertoires erstreckt sich vom Piano Boogie Woogie Blues über Ray Bryant bis hin zu Horace Silver in einem kohärenten Zusammenspiel, wie man es nur ganz selten erlebt.

Philippe LeJeune hat die für einen europäischen Musiker besondere Ehre, auf der anderen Seite des Atlantiks regelmäßig aufzutreten und einen erfolgreichen Beitrag zum Bild des französischen Jazz in den USA zu leisten: sechs CDs sind in den Vereinigten Staaten herausgekommen, von denen eine im Club Blue Moon in Houston (Texas) im Trio live aufgenommen wurde. Vor amerikanischem Publikum trat der Franzose u.a. auf dem Art Tatum Jazz Heritage Festival (Ohio), dem Detroit Jazz Festival und dem Moterey Bay Blues Festival (Kalifornien) auf. Im Anschluss an sein Konzert im Trio auf dem Motor City Blues & Boogie Woogie Festival 2005 (Detroit) gab er ein Interview, das von dem amerikanischen Sender P.B.S. gefilmt und landesweit übertragen wurde und ebenfalls als DVD erhältlich ist. Auch auf europäischen Festivalveranstaltungen und in Jazzklubs konnte man ihn in musikalischer Höchstform erleben: in Frankreich – Caveau de la Huchette, “Jazz sur son 31”, Jazz in Marciac – in der Schweiz und der Tschechischen Republik, in Belgien und Spanien, ebenso wie in Tunesien und Senegal.

Philippe LeJeune leitet außerdem Klavier-Workshops für Jazz an Musikschulen und auf Festivals. 2001 wurde sein Name in das berühmte “New Grove Dictionary of Jazz” aufgenommen. Darüber hinaus ist er der künstlerische Direktor des “Jazz au Mercure” in Toulouse.

Philippe LeJeune pflegt seinen eigenen Stil und hat die Gabe, das unendlich große Potential des Jazz dank seiner Erfahrung, Inspiration und Ansprüche verbunden mit einem ganz persönlichen verführerischen Touch zu vermitteln.

(Deutsche Version der Biographie von Barbara Lessing)

Hinweis: Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Konzerttermine in der Zukunft

Hinweis: Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!